Töffsegnung





Die nächste Töffsegnung
ist am

Sonntag, 16. Mai 2010
um 11.30 Uhr
auf dem Pfarrschüürplatz

 


Gliederung


Fotos

10. Töffsegnung am 21. Mai 2007

Bilder dazu ...

 

Töffsegnung am 26. Mai 2002

 

Die diesjährige Andacht mit Töffsegnung wurde von Christoph Beeler, Gemeindeleiter in Schongau gehalten.

Wiederum fanden sich sehr viele Töfffahrer ein. (Hier sind nur einige davon zu sehen.)

Herbert Müller erklärt, was ihm Freude am "Töfffahren" macht.

Die "heissen" Stühle und ihre Fahrer empfangen den Segen.

 


Töffsegnung 6. Mai 2001

 

 

Mit viel Schwung und Weihwasser wurden die dreihundert anwesenden heissen Stühle und ihre Fahrer gesegnet.

 

Gute Musik wurde in der Kirche und nachher beim gemütlichen Zusammensein
vor der Pfarrschüür von Paul Etterlin und Janet la Rose dargeboten.


Andacht mit Töffsegnung, Sonntag, 28. Mai 2000

 

  

   


Andacht mit Töffsegnung, Sonntag, 16. Mai 1999

   

 


Religiöses Verständnis der Segnung

Die Verkehrsmittel helfen dem Menschen, sein Leben zu gestalten: Er ist auf sie angewiesen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen; er bedient sich ihrer in Freizeit und Erholung; er schätzt sie in seinem Streben, Entfernungen zu überwinden und Völker und Kulturen kennenzulernen und einander näherzubringen, er verdankt ihnen rasche Hilfe in vielfacher Gefahr und Not.

So sind die Verkehrsmittel zu einem unentbehrlichen Bestandteil im Leben des Menschen und der Gesellschaft geworden. Sie tragen dazu bei, dass der Mensch in einer veränderten Welt seinen Schöpfungsauftrag erfüllen kann. Sie fordern ihn aber auch heraus, sich seiner Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Natur bewusst zu sein. Dabei soll zum Ausdruck kommen, dass rechtes Verhalten im Strassenverkehr auch eine Verpflichtung vor Gott ist.

Aus dem Benedictionale der kath. Kirche

Segensgebet

Gott,
unser Vater,
Schöpfer des Himmels und der Erde,
wir danken Dir für die Schätze, die Du uns anbietest.
Für die Kinder, die froh spielen und singen,
für die Erwachsenen, die uns Freude machen,
für unsere guten Begegnungen und Gespräche,
für den Frieden und die Freude, die wir einander schenken,
für unser tägliches Brot.

Doch zugleich bitten wir Dich für alle, die nicht mehr an Deinen Himmel glauben können, da sie den Glauben an die verloren haben, da sie vom Krieg und Zerstörung heimgesucht werden oder vor lauter gut dahinleben, dich vergessen haben.

Gib uns Mut und Kraft, entschieden und zielbewusst am Himmel bereits hier auf Erden mitzuwirken,
denn dazu hast Du uns nach deinem Bild und Gleichnis erschaffen.
Herr und Gott, wir stehen vor Deinem Angesicht und rufen zu dir.

Segne diese Motorräder und beschütze alle vor Unglück und Schaden, die sie in Beruf und Freizeit benützen.
Gib, dass wir im Strassenverkehr allzeit verantwortungsbewusst bleiben;
mach uns rücksichtsvoll und hilfsbereit.
Lass uns in allem, was wir tun, Zeugen deiner Liebe und Menschenfreundlichkeit sein.

Das gewähre uns durch Christus Jesus, unseren Bruder und Herrn.
Amen.

Vollgas für ein Halleluja

Töffsegnung in Aesch

Es ist der dritte Sonntag im Mai - ein herrlicher Frühlingsmorgen. Über der Strasse zur Pfarrkirche St. Luzia in Aesch glänzt der Torbogen aus grünen Zweigen und frischem Tannenreisig im Sonnenlicht. Am vergangenen Donnerstag schritten die Pilger zu Pferd und zu Fuss auf ihrem jährlichen Auffahrtsumritt durch diese blumengeschmückte Pforte der Kirche entgegen, um dort den Segen Gottes für sich und die Pferde zu erbeten.

Aber heute - drei Tage danach - ertönt kein Gewieher und es gibt auf der Strasse auch nichts von Pferden für die Rosenbeete einzusammeln. Dafür liegen ganz andere Töne in der Luft. Es summt und brummt - immer wieder finden zweirädrige Maschinen mit starken Motoren, blank geputzt und poliert die schmale Strasse gegen den See bis zum Parkplatz der Pfarrkirche. Gelenkt werden sie von helmbewehrten, zum Teil futuristisch anmutenden Lenkerinnen und Lenkern in lederbestückten mit Nieten und Fransen verzierter, warmer Töffkleidung. Einzeln, zu zweit oder gar ganze Familien mit Mutter und Vater auf dem Töffsitz, bezw. Sozius und die Jungmannschaft sicher eingepackt im ebenfalls chrom- und lackglänzenden Seitenwagen werden sie von der gut eingespielten Crew des Moto Driving Teams Seetal empfangen. Immer mehr Schaulustige finden sich ein, um die fein säuberlich in Reih und Glied aufgestellten Boliden zu bewundern. Die Besitzer oder Besitzerinnen stecken die Köpfe zusammen, geraten ins fachsimpeln und sind stolz auf ihre eigene Maschine. Als der Uhrzeiger gegen zwölf Uhr Mittags rückt, stehen über dreihundert Fahrzeuge aller Marken und Altersklassen auf den beiden Parkplätzen und der Zufahrtsstrasse bei der Pfarrkirche St. Luzia. Von dort her bewegt sich feierlich eine kleine Prozession mit Kreuz, Weihwassergefäss, Pfarrer und Töffahrerinnen zum Parkplatz. Über Lautsprecher - wie alles perfekt organisiert - eröffnet der Pfarrer von Aesch, Roland Häfliger, die Andacht. Töfffahrer seien im allgemeinen nicht Raser und Raudis, sondern friedliebende Menschen, die das Leben zu geniessen wissen, stellt er fest. Immer wieder ziehe es sie hinaus in Gottes Natur um ebenfalls als Teil der Schöpfung den Schönheiten vor allem des Seetals und vor allem im Frühling zu huldigen. Nach einer Lesung aus dem Buch Tobit, welches vom Schutzengel Raphael erzählt, schreitet er dann, begleitet von drei hübschen Töffahrerinnen in roter Töffmontur, durch die Reihen der sich im Sonnenlicht spiegelnden Maschinen, um einer jeden mit dem Weihwasserwedel aus einem Buchszweig einige Tropfen geweihten Wassers zu verabreichen. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass diese Maschinen im Dienste aller Menschen stehen, zum Wohle der Töffahrer und -fahrerinnen und auch aller übrigen Strassenbenützer. Nicht als abstrakte Menschen, sondern konkret als Motorradfahrer und -fahrerinnen dürfen sie sich als von Gott angenommen und von Gott gesegnet erfahren. Anschliessend begibt sich der ganze Tross (natürlich ohne Töff) in die Pfarrkirche St. Luzia. Dort wartet bereits eine Band mit fetzigen Songs auf die motorisierten Pilger. Die Kirche ist zu klein, wer keinen Platz mehr im Gebäude findet, lässt sich von der Stimmung durch die aufgestellten Lautsprecher auf dem Vorplatz mitreissen. Pfarrer Häfliger freut sich über das übervolle Haus Gottes und versteht mit Humor und markigen Worten das eher ungewohnte Publikum zu fesseln. Aufgelockert durch viel gute Musik, welche mit grosser Begeisterung und viel Applaus aufgenommen wird, ermahnt er ohne erhobenen Zeigefinger die Töfffahrer und -fahrerinnen zur Vorsicht und Rücksichtnahme im Strassenverkehr und zum Bewusstsein, als Geschöpfe Gottes verantwortungsvoll dessen Wege zu benutzen. Wer so ein Stahlpferd zu seinem Hobby zählt, begreife sicher auch, dass im Opferkörbchen eher eine "Papiersammlung" anstelle von "Altmetall" erwartet werde. Die Pilger verstanden den Wink und spendeten fleissig zugunsten schwerstbehinderter Kinder im Seetal. Mit dem Segen Gottes für die Anwesenden und einigen Gospelsongs der Seetaler Band "Just for Fun" endete die Andacht in der Pfarrkirche St. Luzia in Aesch. Nach und nach trennten sich die Töff-Fans um den wohlbegonnen Maisonntag mit einem Bummel durch die blühende Seetalerlandschaft fortzusetzen.

Im Jahre 2000 wird dieser neue Brauch der Töffsegnung fortgesetzt. Allerdings ausnahmsweise wegen der Firmung in der Pfarrei nicht am dritten Maisonntag, sondern eine Woche später, am Sonntag, 28. Mai 2000. Nachdem dieser Anlass bereits beim zweiten Mal derart grosses Echo fand, sind wir gespannt, wie sich die Töffsegnung in Aesch in den nächsten Jahren entwickelt.

Felder Beat, Seetaler-Brattig-Artikel 1999

                       
                   

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